Häutung

Häutung

Ein Rollenspiel

Wir alle tragen sie – Häute die an uns haften wie ein klebriger Film, die uns einengen und begrenzen. Manche sind wie Hornhaut, die taub macht und Gefühle vermeidet, andere sind so eng, dass wir nicht mehr wissen, wie sich Freiheit eigentlich anfühlt.

Einst als Schutz gedacht, wirken sie heute dysfunktional, mitunter fast zerstörerisch. Doch wir haben sie liebgewonnen, glauben, sie seien ein Teil von uns, ein Teil unserer Identität. Fühlen uns scheinbar sicher mit ihnen. Wollen nicht ohne sie leben. Bleiben angstvoll stehen, verharren an unseren Grenzen, blicken auf die Muster hinter den Häuten, erkennen sie. Beginnen an ihnen zu ziehen. Erst zaghaft, dann mutiger, immer heftiger. Es ist ein Kampf – ein innerer, der außen sichtbar wird. Ein Kampf, der Jahre dauern kann. Der erschöpft, ermüdet. Letztendlich befreit.

Und dann stehst du nackt da. Schutzlos, ohne deine Panzer. Hängst deine Häute an den Haken, betrachtest sie und kannst selbst entscheiden, wann du sie tragen willst. Du spürst die Veränderung, denn du bist nicht mehr abhängig von ihnen.

Ein Projekt im Rahmen der Abendakakdemie der HGB

Wintersemester 2025/26

Kurs: Material und Haltung – 
Komposition, Konnotation, Kontext

Leitung: Len Bay

Ausstellung – Rundgang der HGB

Eröffnung
12.02.2026, 18:30 Uhr

Ort:
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Wächterstraße 11
04107 Leipzig

Dauer und Öffnungszeiten:
Do. 18:30, Ausstellungen bis 22 Uhr geöffnet, Haus bis 24 Uhr, Fr & Sa 14-21 Uhr, So 12-18 Uhr

weitere Informationen

Kursinhalt

Material und Haltung – Komposition, Konnotation, Kontext
 

Was erzählt Material und wie können wir die ihm eingeschriebenen Bedeutungsebenen präzise für die eigene Arbeit einsetzen? Im Zentrum des Kurses stehen Fragen nach Materialkomposition, der politischen wie poetischen Dimension von Stofflichkeit, dem Verhältnis von Werk, Sockel / Hängung und Raum sowie dem Zusammenspiel von Inhalt, Form und Präsentation. Über praktisches Experimentieren, gemeinsame Reflexion und kurze Inputs werden wir uns der "Sockelfrage", dem Rahmen als Relief und der Setzung im Raum, außerhalb des „White Cubes“ annähern. Wir fragen uns: Wie verändert sich unsere Arbeit im Kontext davon, wer sie sieht? An welche Bedingungen ist die Arbeit (physisch) geknüpft? Der Kurs bietet Raum für die Begleitung individueller Projekte und eine abschließende Präsentation in Form einer Ausstellung, die wir gemeinsam kuratieren.