Arbeitsmahl
Arbeitsmahl
wer nicht arbeitet soll nicht essen
Der Satz stammt aus dem 2. Brief des Paulus an die Thessalonicher, Kapitel 3, Vers 10. In der Einheitsübersetzung lautet die Textstelle: „Denn auch als wir bei euch waren, haben wir euch geboten: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“ Paulus richtet sich hier an die Gemeinde in Thessaloniki und fordert dazu auf, selbst für den Lebensunterhalt zu sorgen und nicht auf Kosten anderer zu leben.
Dieser Vers wurde im Laufe der Geschichte immer wieder zitiert und interpretiert. So verwendete beispielsweise August Bebel in seinem Werk „Die Frau und der Sozialismus“ die Bibelstelle, um die Arbeitspflicht im Sozialismus zu unterstreichen . Auch in der Verfassung der UdSSR von 1936 bis 1977 fand das Pauluswort Eingang: „Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden arbeitsfähigen Bürgers nach dem Grundsatz: ‚Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen‘“.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die ursprüngliche Bedeutung des Verses nicht als moralische Verurteilung von Arbeitslosen zu verstehen ist. Vielmehr richtete sich Paulus gegen jene, die sich in der Gemeinschaft auf Kosten anderer durchschlugen, ohne selbst einen Beitrag zu leisten .
In der heutigen Zeit wird der Satz oft in politischen Diskussionen verwendet, insbesondere im Kontext von Sozialleistungen und Arbeitsmarktpolitik. Dabei wird er jedoch häufig aus dem ursprünglichen Kontext gerissen und vereinfacht interpretiert.
Quellen
- Bibel TV Online
- Erläuterungen zu 2 Thess 3, 6-13
- Heranziehung aller Arbeitsfähigen zur Arbeit
- Artikel 12, Verfassung der UdSSR (1936)
- Friedrich Merz zu Bürgergeld: „1,7 Millionen arbeitslos, weil arbeiten sich nicht lohnt“
- Carsten Linnemann „Wer arbeiten kann und nicht will, bei dem muss der Staat davon ausgehen, dass er nicht bedürftig ist. Dann muss das Geld komplett gestrichen werden.“


Unterstützer
Danke an das Sternenlabor, im besonderen an NICK für die Umsetzung der Leuchtschrift.
